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28

Okt
2014

D-Day: Am Tag der Diagnose

On 28, Okt 2014 | Keine Kommentare | in LATEST NEWS, Lebensraum | von SecMag

Haus LebensWert: Damit auch nach einer Krebsdiagnose das Leben lebenswert ist.
Von Michaele Gartz – Diagnose Krebs. Für die meisten Menschen ist das ein Schock. Die Angst um das eigene Leben lässt Betroffene häufig in ein tiefes seelisches Loch stürzen. Niemand kann diesen Sturz sicher verhindern, aber die Folgen lassen sich abmildern. Unterstützung dabei bietet der Verein LebensWert e. V., der auf dem Gelände der Uniklinik Köln ein eigenes Haus hat, das Haus LebensWert.

Fotos Valéry Kloubert©www.kloubert.com – LebensWert bietet Patienten und deren Angehörigen schnelle und umfassende seelische Hilfe, wenn die Diagnose Krebs gestellt wurde. Das Angebot ruht auf insgesamt vier Säulen. „Der wichtigste Bereich ist die Gesprächstherapie“, beschreibt Uwe Schwarzkamp, Geschäftsführer von LebensWert, die Arbeit des Vereins. „LebensWert beschäftigt allein neun Psychotherapeuten, die Krebspatienten bei ihren häufig existenziellen Ängsten und Sorgen begleiten.“

Neben diesem sehr wesentlichen Bereich stehen den Patienten außerdem Angebote der Bewegungs-, Kunst- und Musiktherapie zur Verfügung. Insgesamt drei Fachtherapeuten beschäftigt LebensWert. Der Patient steht dabei immer im Mittelpunkt. „Ziel unserer Angebote ist es, Krebspatienten psychisch so zu stärken, dass sie ihre Krankheit besser annehmen und bewältigen können. Eine gute seelische Verfassung unterstützt auch die medizinische Behandlung“, so Schwarzkamp. „Für viele Patienten und ihre Angehörigen bekommt das Leben damit wieder eine Perspektive. Es wird wieder lebenswert.“

1997: Erste Versuche einer psychoonkologischen Betreuung von Patienten
Ins Leben gerufen wurde der Verein im Jahr 1997. Initiatoren waren der Arzt Dr. Ulrich Rüffer, die ehemaligen Patienten Regina Wenzel und Michael Lohmann sowie der damalige Direktor der Klinik I für Innere Medizin Prof. Dr. Volker Diehl. Sie betraten Neuland. „Es gab damals nichts außer dem großen seelischen Leidensdruck der Krebspatienten, dem aber nicht entsprechend begegnet werden konnte“, beschreibt Schwarzkamp die Anfänge des Vereins. „Prof. Diehl wie auch die übrigen Gründer von LebensWert waren die ersten, die der Meinung waren, dass sich dringend etwas ändern müsse.“

uni-klinik-secondsIn den USA gab es zu diesem Zeitpunkt bereits erste Ansätze für Patienten, die Selbstheilungskräfte zum Beispiel durch die Anregung des Immunsystems zu aktivieren. Heute geht es vor allen darum, Krebspatienten mit ihren Sorgen und Ängsten aufzufangen und ihre Ressourcen zu stärken.

Damals wie heute ist der Grundgedanke aber gleich geblieben: eine Krebstherapie besteht nicht nur aus der Behandlung des körperlichen Leidens. Im Gegenteil: Wird der Patient auch seelisch gestärkt, kann das den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Dieser Grundgedanke scheint heute selbstverständlich. Diese als Psychoonkologie (zusammengesetzt aus Psychologie und Onkologie) beschriebene Form der Therapie für Krebspatienten ist mittlerweile eine feste Größe bei der Behandlung. Damals aber war der Gedanke innovativ. „Mittlerweile bestätigen aber verschiedene wissenschaftliche Untersuchung den therapeutischen Nutzen unserer Angebote“, so Schwarzkamp.

Das Angebot von LebensWert wird stetig erweitert
Das psychoonkologische Angebot von LebensWert hat sich seit der Gründung stetig an den wachsenden Bedarf angepasst. Heute stehen neben der Gesprächstherapie Nordic Walking, Entspannungstechniken und die kreative Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen im Rahmen der Kunst- und Musiktherapie im Vordergrund. Wichtig dabei: Es geht nicht darum, bestimmte Fähigkeiten zu entwickeln, sondern der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen und das Selbstbewusstsein zu stärken. Daneben bieten ergänzende Angebote wie das einmal im Monat stattfindende Patientencafé die Möglichkeit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

lebensWert-fahneLebensWert: Ab 2017 im neuen CIO-Gebäude an alter Stelle
So erfreulich diese Entwicklung auch ist: Das Haus LebensWert platzt mittlerweile aus allen Nähten. Im wenigen Monaten werden deshalb die Abrissarbeiten an dem gelben Haus auf dem Gelände der Uniklinik beginnen. An gleicher Stelle wird dann das Gebäude des „Centrums für Integrierte Onkologie“ (CIO) entstehen. Mit diesem Schritt wird die Uniklinik ihre onkologischen Zentren wie unter anderem das Brustzentrum, das Lungenkrebszentrum und das Prostatakrebszentrum im gleichen Gebäude ansiedeln. Das 2007 gegründete CIO Köln-Bonn wurde erst kürzlich von der Deutschen Krebshilfe wiederholt als onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet. Der Verein LebensWert wird nach einem Übergangsquartier ab 2017 dort die 6. Etage beziehen. Das CIO-Gebäude wird außerdem auch der Sitz des neu gegründeten „Centrums für Psychoonkologie“ (CePO), dessen Ziel die angemessene psychoonkologische Versorgung von Patienten am CIO-Standort Köln ist. Das CePO wurde von LebensWert, der Klinik I für innere Medizin sowie dem Schwerpunkt Versorgungsforschung und der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik ins Leben gerufen.

Angebot von LebensWert steht (fast) allen Krebspatienten offen
Das Angebot von LebensWert steht allen stationären Krebspatienten kostenlos zur Verfügung. Ambulante Patienten und Patienten der niedergelassenen Praxen der Kölner Region können das Angebot nutzen, wenn sie Mitglied im Verein LebensWert werden (ab 25 EUR pro Jahr) und für die Dauer eines Jahres einen Patientenpass (10 EUR) erwerben.

Es gibt allerdings Ausnahmen: Patienten, die in anderen onkologischen Zentren behandelt werden, in denen es bereits eine psychoonkologische Versorgung gibt, können sich für die therapeutischen Angebote von LebensWert nicht anmelden. Zum Vergleich: In Köln gibt es neben dem Brustzentrum der Uniklinik ein Brustzentrum im St. Elisabeth-Krankenhaus in Hohenlind. Patientinnen, die bereits im Brustzentrum in Hohenlind psychoonkologisch betreut werden (können), können das Angebot von LebensWert aus Kapazitätsgründen nicht nutzen.

Haus LebensWert
Uniklinik Köln
Kerpener Str. 62
50937 Köln

Der Verein zieht Ende 2014 in ein Übergangsquartier.

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