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LATEST NEWS Nachrichten, Essays und Geschichten

20

Okt
2014

Köln, fernab vom Sightseeing

On 20, Okt 2014 | Keine Kommentare | in LATEST NEWS, Szene, TOPARTIKEL | von SecMag

Ein alternativer Guide

City Guides über Köln gibt es zu genüge. Dass unsere Stadt einen beeindruckenden Dom und eine Altstadt mit besonderem Charme hat ist insofern kein Geheimnis und besonders kein Geheimtipp mehr. Doch was hat Köln fernab der üblichen Sightseeing Routen zu bieten? Wo treffen sich die Kölner zum Essen, feiern oder kreativ sein? Für unseren alternativen Guide zu Köln haben wir zusammen mit Urban Outfitters, eine Wahlkölnerin und ein Kölner Urgestein sowie Streetartist über ihre liebsten Ecken zum Schlemmen, Feiern, Chillen und Shoppen fernab vom Mainstream befragt.

Katarina, bitte stelle dich kurz vor und beschreibe dein besonderes Verhältnis zu Köln:

Mein Name ist Katharina Zorn und ich bin Visual Merchandising Manager bei Urban Outfitters. Ursprünglich komme ich aus Frankfurt und habe Köln als bodenständig, tolerant, herzlich und alternativ kennengelernt. Ich mag die Gegensätze hier, die tolle Altstadt mit alten Kneipen und interessanter Architektur und auf der anderen Seite, die Industrie-Fabriken mit den besten Off-Location Parties für junge Leute.Außerdem hätte ich nie gedacht wie toll Köln zum Shoppen ist und generell, wie viele Kreative-Köpfe in dieser Stadt leben!

Wo verkehrst du am liebsten in Köln?

„Ganz klar – Ehrenfeld und Belgisches Viertel!“

Was sind deine Geheimtipps zum Essen in Ehrenfeld?

Cafe-Schwesterherz-Innen

 

Café Schwesterherz • Venloer Strasse 239 • 50823 Köln
„Süßes Cafe auf der Venloer, mit schönem 50er Jahre Innendesign, tollen Smoothies und Kuchen sowie Mittagstisch!“

 

Cafe-Rotkehlchen

 

Café Rotkehlchen • Venloer Strasse 400 • 50823 Köln
„Das Café Rotkehlchen bezieht seine Produkte aus der unmittelbaren Umgebung und unterstützt so Kleinunternehmen aus Ehrenfeld. Ganz im Sinne „support your local scene“ – auch ein Tipp für Veganer – sonntags gibt es veganen Kuchen!“

 


Und deine Geheimtipps zum Essen im Belgischen Viertel?

Osho’s Vegan Garden • Venloer Strasse 5-7 • 50672 Köln
„Perfekt für einen „recovery day“ nach einer wilden Party Nacht! Hier gibt es Frühstück, Mittagstisch, Kuchen und lecker-gesunde Green Smoothies!“

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Café Schmitz/Salon Schmitz • Aachener Str. 38/40 •50674 Köln
„Ein cooler All-Rounder! Morgens schön zum Brunchen oder Frühstücken und abends gute Drinks an der Bar genießen. Die Partys im Salon Schmitz sind ein typischer Treffpunkt für die alternative Szene in Köln und super um Leute kennenzulernen.“


Nachtleben – was ist dein Geheimtipp zum Feiern in Köln Ehrenfeld?

veedelsfilm2014

Atelier Odo Rumpf – ODONIEN – Freistaat für Kunst und Kultur

Hornstr.85 • 50823 Köln • www.odonien.de
„Mein Lieblingsort: ODONIEN in Ehrenfeld! Ein Mix aus Freiluftatelier, Veranstaltungsort und Kulturzentrum, erschaffen von Künstler Odo Rumpf. Jeder der auf alternative Kunst und industrielles Design steht, ist hier richtig. Ein Ort der einfach nur echt ist und kein gewollter Design Fake. Perfekt für alle kreativen und lässigen Leute, die mal raus aus dem Stadt-Trubel wollen, wo alles gleich aussieht! Im Sommer ist das die beste Off-Location der Stadt! Hier trifft sich die kreative Szene Kölns.“

 

Dein Geheimtipp zum Feiern im Belgischen Viertel?

COCO Schmitz • Aachener Str. 28 • 50674 Köln
„Pop & Gay Partys – liegt unter der Bar vom Salon Schmitz, perfekt für einen spontanen Besuch nach ein paar Drinks an der obigen Bar!“

Was sind deine Top Tipps zum Shoppen in Köln?

boutique-belgique

Boutique Belgique • Brabanterstr. 27 & 29 • 50672 Köln
„Ein Concept Store der anderen Art mitten im Herzen des Belgischen Viertels. Lifestyle und Mode-begeisterte Menschen werden hier glücklich: Fashion, Accessoires, Bücher, Design, Home, Decor, Innovations und vieles mehr!“

 

 

 

urban-outfitters-cologne

Urban Outfitters • Breitestrasse 118-120 • 50667 Köln
„Ein etwas anderes Shopping Erlebnis! Unser Store mit seinen freigelegten Stahlträgern, Kabeln, die in der Luft hängen, und Street Art an den Wänden schafft ein besonderes Ambiente. Hier kann man nicht nur Klamotten, sondern auch Skateboards, Schallplatten, Flachmänner und ausgefallene Interior Design Accessoires kaufen!“

Super! An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für deine Tipps Katarina und weiterhin alles Gute für dich in deiner Wahlheimat Köln.


Kommen wir nun zu unserem Kölner Urgestein und Streetartist Tim Ossege um die künstlerische und kreative Seite unserer Stadt zu beleuchten.

Bitte stelle dich kurz vor und beschreibe dein besonderes Verhältnis zu Köln:

„Ich bin Kölner durch und durch. Ich sehe den FC nach jedem Sieg schon in der Championsleague glänzen. Erahne ich die Zwillingstürme am Horizont, weiß ich, es ist nicht weit nach Hause. Zweifelsfrei ist unser belächeltes Bier das Beste.

Ich habe den größten Teil meiner Kindheit in Köln verbracht, habe hier meine Ausbildung als Grafiker gemacht und mein Studium der Architektur begonnen. Mein Job im Medienbereich bringt mich an viele Orte doch will ich bisher keinen anderen „Heimat“ nennen.

Seit einigen Jahren sind meine Grafiken in den Straßen Kölns zu finden, ich gestalte Narben die das Gesicht dieser Stadt zeichnen. Ich bin „seiLeise„, Street Art Künstler und Träumer. Leider lassen sich die Spuren unserer dunklen Vergangenheit im Stadtbild  ablesen..meine Arbeiten geben schmutzigen Ecken eine Stimme. Sie erweisen vergessenen Orten Respekt. Sie gestalten öffentlichen Raum.“

Seileise (3)

Wie würdest du die Street Art Szene Kölns beschreiben?

„Köln ist voller Wiedersprüche. Mit der KASA (Kölner Anti Spray Aktion) ist hier ein Verbund von Privatunternehmen, dem Haus und Grundbesitzer Verein sowie der Stadtreinigung geschaffen worden – eine starke Lobby gegen Graffiti und Street Art. Auf der anderen Seite ist hier das City Leaks Festival beheimatet, das Internationale Kunstgrößen nach Köln holt um die Stadt zu gestalten.

Zwischen den Extremen findet ein Zerren um Raum und die öffentliche Meinung statt. Inzwischen ist Köln wieder durch die Bemühungen weniger zu einer der national wichtigsten Urban Art Bewegungen und international respektierten Städte heran gewachsen. Für die Zukunft müssen gemeinschaftlich Antworten gefunden werden, wie sowohl Stadt, Kultureinrichtungen und Künstler von dieser Entwicklung profitieren können.“

In welchen Stadtvierteln sind die besten Streetartbilder Kölns zu finden?

„Während ich am liebsten vor meiner Tür, in meinem Stadtteil Mülheim arbeite und mitgestalte, ist das Herz der Kölner Bewegung in Ehrenfeld zu finden.

Rund um das Heliosgelände mit seinem Leuchtturm und in den Seitenstraßen sind Arbeiten von El Bocho, Decycle, Mittenimwald, L.E.T, Tuk, xxxhibition, TAR CGN und Arbeiten vieler anderer Künstler zu finden.

Mural Heliosstr

Als kleine Inseln lohnt es sich die Umgebung des Brüsseler Platzes zu erkunden, mit ausreichend Kleingeld kann es sich ebenso lohnen, einen Blick in Street Art Galerie „Die Kunstagentin“ und in die „30works“ zu werfen.

Innerstädtisch, in der Umgebung der Ehrenstraße, sollte man sich nicht scheuen, Seitenstraßen zu erkunden, man könnte „Invader“ an den Hauswänden finden und sich von der Baumgärtel Banane zu interessanten Orten führen lassen.“

Wo ist dein Lieblingsort zum chillen?

„Will ich an einem lauen Sommerabend den Tag verabschieden, so finde ich den richtigen Ort am Rheinufer direkt am Westportal der kleinen Schifferkirche „St.Clement“. Hier entspanne ich auf der Kaimauer mit einem kühlen Kölsch vom Kiosk um die Ecke.“

Zu Guter letzt – ein Insider-Tipp für ein kulturelles Erlebnis?

„In Deutz befindet sich das „Kunstwerk“, Deutschlands größtes selbstverwaltetes Künstlerhaus mit ständig wechselnden Ausstellungen, eingebettet in der typischen Backstein- Industriearchitektur. Hier arbeiten 150 Künstler und Musiker in Studios und Proberäumen, wer einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte sollte zur „langen Nacht der Kölner Museen“ (Anm. der Redaktion: 8. November) hier einmal vorbeischauen!“

Vielen Dank für deine zahlreichen Tipps und Einblicke in deine Arbeiten, Tim!


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